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Sonntag, 24. Dezember 2017

Das Fest der Liebe !!??


Da ist nun wieder ein Jahr bald rum.
Ich sehe das immer daran, das einige Menschen sich daran erinnern, das es auch Familie oder Freunde gibt.
Muß man so machen.
Mir persönlich ist das zwar völlig egal, aber ich nehme, wie alles andere auch, es eben zur Kenntnis.

Täglich ist bei Fratzelsbuch die Anzahl der Wünsche und Glückwünsche, ob ehrlich oder nur plichtmässig, im steigen.
Ich lese alle und alles.
Vor allem die Kommentare.

Die anfängliche Begeisterung und nachfolgende Ernüchterung über den Einbruch anderer Völker in Europa lässt langsam nach. 
Das Thema kommt erst im Frühjahr wieder.
Weihnachtswünsche, zwischen Bekannten, Verwandten und Fremden werden ausgetauscht. Ist zwar völlig belanglos und unwichtig, gehört aber zum Ritus. Kann man mit leben.

Was mir viel mehr auffällt, ist die rapide Zunahme von Verherrlichung des Soldatentums.
Von der Bundeswehr, von der Bildzeitung und auch von einigen privaten Gruppen, lese ich täglich mehrmals wie schön es ist Soldat zu sein und wie wichtig Soldaten sind.
Was hatten wir Spaß gehabt. 
In letzter Zeit mehren sich auch Lehrfilme die z.B. Panzer in Aktion oder Spähwagen im Einsatz (mit detaillierter Beschreibung des Einsatzes und der Befehlsgebung) zeigen. 
Es ist zwar oft nur Blödsinn was man da lehrt, aber auch Blödsinn kann tödlich sein.

Und wieder einmal denke ich zurück.
Erst kam bei mir das Jungvolk.
Die Kameradschaft.
Dann die Hitlerjugend.
Die Geländespiele mit der Erklärung eines Gewehres und dessen Handhabung.
Dann die Berieselung des Geistes über meine Stärke und die Unfähigkeit des Feindes.
Feind? Wer war das? Ich hatte keinen Feind.
Also wurde ein Feindbild aufgebaut.
ICH wurde der alles besiegende Held.
Das führte dann zum Heldentod
Und genau das passiert heute wieder.
Wenn ich nun an die Gängelung der Bevölkerung, die Überwachung derselben, die Verherrlichung und Bedeutung von Soldaten und deren Waffen, die Abzocke beim Geld in der heutigen Zeit denke, ist für mich keinerlei Unterschied mehr zwischen heute und zu meiner Jugend fest zu stellen . 
(Bis auf die soziale Absicherung und Betreuung. Die war damals besser)

Nun lese ich die Kommentare bei den einzelnen, den Krieg verherrlichenden,  Machwerken.

Immer wieder klingt in den Kommentaren Begeisterung auf.
Viele sehnen sich in die Zeit zurück als sie beim Bund waren.
In Gedanken sind sie bei den Bildern.
Da werden Truppennamen, Dienstgrade, Manöverorte usw. ausgetauscht. Erlebnisse vertieft. Man nennt das Pflegen der Kameradschaft.  

Es ist mir unheimlich wie schnell diese Saat aufgeht.
Es ist die gleiche innere Vorbereitung zu einem Krieg wie unter Adolf Hitler.
Nur der hatte andere Argumente und Fakten.
Heute verteidigen wir mit einer Handvoll Soldaten in Mali und Afghanistan die Freiheit.
Man sagt mur sogar, meine Freiheit. :-))))))
Ist ja auch nicht schwer, denn deren Terrorristen haben wir ja auch bald alle hier.
Werde ich nun kritisch bei meinem Eingehen auf die begeisternden Kommentare der Tötungswilligen, bekomme ich Schimpfe.
Damit kann ich aber gut leben.
Denn ich habe ALLEN etwas voraus.
ICH weiss was Krieg ist.
Nicht das am PC gelernte Siegen, sondern das Töten von Menschen.
Niemand hat schon einmal das Geräusch einschlagender Granaten und das Schreien von Verwundeten gehört.
Auch der Druck auf einen Knopf tötet Frauen  und Kinder.
Und Töten ist immer das Ziel.

Ich möchte heute und auch  in Zukunft meine alte Einstellung bekräftigen:

Jeder Soldat ist in meinen Augen ein potentieller Mörder. Gleich welcher Nation er angehört.

Er ist immer dann ein Held wenn er möglichst viele, andere, ihm völlig fremde Menschen, abgemurkst hat.
Dafür bekommt er ein Stück Blech und ein Stück Papier das er noch nicht einmal auf der Toilette benutzen kann.
Niemand hat etwas aus der Geschichte gelernt.
Es war immer so.
Es wird auch immer so bleiben.

Und so möchte ich auch den heutigen, so von ihrer eigenen Wichtigkeit und Unverletzlichkeit durchdrungenen Generation, meine Wünsche aussprechen.

Ich wünsche allen, die so gern Soldat spielen und es als das höchste ansehen, einen fröhlichen Heldentod.
Möglichst mit viel Schmerzen, denn die fügen sie auch anderen zu.

Möge nie ein Priester an ihrem Sarg stehen, denn der würde gegen seine Überzeugung dort stehen und lügen müssen.
Denn in seinem Lehrbuch steht als Aufgabe:

Liebe den Menschen, 
und auch:
Du sollst nicht töten.